Kurz nach meinem 76. Geburtstag freue ich mich, Ihnen die dritte Episode dieses Podcasts präsentieren zu können. Wir starten wiederum mit etwas Musik vom Kontrabass. Diesmal spiele ich Ihnen den Chanson Triste von Sergej Koussewitzky (Op. 2) - eines der seltenen Stücke für Solokontrabass.
Zunächst erzähle ich kurz über die letzte Europa-Tournee mit Furtwängler 1954, nach welcher er leider am 30. November starb.
Kurz darauf wurde Herbert von Karajan zum neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt, der diese Aufgabe auch ohne zu zögern annahm - "mit tausend Freuden", wie er gesagt hat. Dieser Podcast soll daher ganz im Zeichen Herbert von Karajans und seinen frühen Jahren mit dem Orchester stehen.
Daher berichte ich viel über unsere erste Amerika-Tournee nach dem zweiten Weltkrieg, welche im Jahre 1955 stattfand und geradezu ein musikalischer Siegeszug war - trotz einer eher skeptisch-kühlen Begrüßung in der New Yorker Carnegie Hall.
Aber die Reise bedeutete auch große Strapazen: Allein der Flug dauerte über 24 Stunden, wir waren insgesamt 28 Tage unterwegs und in dieser Zeit spielten wir über 24 Konzerte in verschiedenen Städten quer durch die USA. Dabei legten wir in überaus unbequemen Reisebussen über 10.000 Kilometer zurück und wohnten in den einfachsten und billigsten Behausungen. Dies tat der wunderbaren Musik, die das Orchester spielte, jedoch keinerlei Abbruch.
Mit dieser Reise begann der große Stern der Liäson Karajan-Berliner Philharmoniker für viele Jahrzehnte am musikalischen Horizont zu funkeln.
Natürlich soll es auch in diesem Podcast an einigen kleinen amüsanten Episoden nicht fehlen: so berichte ich z. B. über das manchmal nicht sonderlich einfache Zusammenleben auf diesen Reisen, wo wir stets in Doppelzimmern übernachteten - oder über das Verhältnis zwischen alt und jung im Orchester.
Wie immer an dieser Stelle einen lieben Dank für alle ihre tollen Kommentare! Ich freue mich sehr darüber!
In den Fotos zu dieser Episode zeige ich Ihnen meine Impressionen aus unserer ersten großen Amerika-Reise. Um die Bilder zu sehen, klicken Sie einfach auf den Weiter-Link am Ende des Artikels. Das Foto oben zeigt mich (2 v.r. hinten) mit Herbert von Karajan und einige Mitglieder des Orchesters beim Abhören einer Aufnahme im Tonstudio.
Ihr Friedrich Witt
Ich vor dem Abflug nach New York im Jahre 1955.
Auf dem Flug nach New York - 24 Stunden dauerte der Flug, natürlich in
einer Propellermaschine, die bei weitem nicht so gut isoliert war, wie
die modernen Flugzeuge heute. Es war laut und anstrengend.
Die Skyline von New York. Bedenken Sie, es war 1955. Wer hatte damals
schon die Möglichkeit, in die USA zu fliegen.
In den Straßen von Chicago
Auf einem Parkplatz in Chicago - ich weiß noch wie heute, wie sehr ich
beeindruckt von den vielen, großen Autos war.
Hier entspanne ich kurz von den Reisestrapazen vor einem dieser
berühmt-berüchtigten Motels, die ich in meinem Podcast beschreibe.
Ich höre mit Freuden ihren Erinnerungen zu. Die erste Folge war, wie bei Biografien oft so, nicht so stark wie die Folgen danach. Es ist mein erstes Podcast, welches ich einem Hörbuch gleich setze. Ich werde es Freunden empfehlen. Wieviele Folgen planen Sie und in welchem zeitlichen Abstand haben Sie vor, diese zu publizieren? Darf ich zusätzlich fragen, ob Sie mit einem Regisseur zusammenarbeiten?
Nochmals vielen Dank.
Ich bin, mit steigender Begeisterung ein Hörer ihrer Podcasts.
Während ich nie der Meinung war, daß mir auch nur irgendein Podcast gefallen könnte und ich eigentlich wiederstrebend den Feed in iTunes eingelesen habe, kann ich seit einiger Zeit Ihre nächste Sendung kaum erwarten.
Ihre Erzählweise ist atemberaubend, ja man könnte glauben sie hätten das Ihr ganzes Leben lang gemacht.
Kurz, ich bin unheimlich begeistert und bedanke mich bei Ihnen, daß sie Ihre Erfahrungen auf diese wunderbare Weise mit uns allen teilen.
Sehr geehrter Herr Witt,
vielen Dank für einen Podcast, von jemandem, der wirklich etwas zu erzählen hat!
Es ist sehr spannend, Ihren Ausführungen zu lauschen und damit einen Einblick in Ihre Biographie und hinter die Kulissen der Berliner Philharmoniker zu erhalten.
So ergänzt sich eine sehr angenehme Stimme mit interessantem Inhalt perfekt zu einem Podcast der besonderen Klasse.
Ich hoffe, daß ich bald wieder Mäuschen spielen und Ihren Ausführungen lauschen darf!
lieber herr witt, vielen dank für ihre lebhaften beschreibungen. für mich als kontrabass student sind die vielen ratschläge sehr wertvoll. ich werde sie mir zu herzen nehmen. ihre erfahrungen und ihre scheinbar völlige zufriedenheit mit dem beruf sind enorm inspirierend. es ist angenehm zu hören das der musikerberuf glücklich macht, weil man als student sehr oft geprädigt kriegt das die kirschen sehr hoch hängen und oft den eindruck hat das der beruf nur aus stress besteht.
Vielen Dank, Herr Witt, für Ihre großartige Darstellung des "Innenlebens" des Musikerdaseins. Ich erlebe Ihre Berichte einerseits aus der Perspektive des interessierten Musikhörers und andererseits aus der Perspektive des "verhinderten" Toningenieurs; meine musikalische Eignungsprüfung für das entsprechende Studium ist vor gut zwanzig Jahren danebengegangen. So studierte ich danach nur den technischen Teil und hatte doch noch das Glück, als Nachrichtentechnik-Student ein Diplomthema am Lehrstuhl für Tonstudiotechnik zu bekommen. Seitdem mache ich die Tontechnik als Hobby. So weit als Vorbemerkung.
Vor wenigen Jahren feierte die Firma AKG in Wien das 50jährige Bestehen dieses Unternehmens, und ich erhielt eine Broschüre mit der Kurzfassung der Firmenchronik. Dort las ich, dass Herr v. Karajan 1955 bei den Salzburger Festspielen mitwirkte, und darauf bestand, dass in dem Saal keinerlei Mikrofone sichtbar sein durften. Woraufhin der ORF, der eine Übertragung machen musste, sich an AKG wand, und man entwickelte die ersten langen Rohr-Richtmikrofone, wie sie heute die Tierfilmer benutzen. Diese konnte man in der Dekoration des Saales verstecken und so ein brauchbares Ergebnis erzielen.
Das hat mich insofern erstaunt, als ich von Karajan bis dato für einen Technikfreund hielt (unvergessen ist sein Vergleich von Gaslicht und elektrischem Licht bei der Einführung der Digitaltechnik). Lag dazwischen ein Sinneswandel von Karajans? Gibt es auch da Anekdoten? Neulich hörte ich im Radio, dass ein regelrechtes Mobbing einsetzt, wenn ein Orchestermusiker die Aufnahmesitzung durch einen falschen Ton verzögert, was mich schon sehr nachdenklich gemacht hat.
Freundlich grüßt Sie
Michael Hartkopf, Köln
Danke für diese aussergewöhnliche Hörvergnügen.
Eine Perle in den Tiefen des Netzes!
Besten Dank für die sehr unterhaltsamen Stunden.
Vielen Dank für ihre sehr unterhaltsam vorgetragenen Worte.
Ich freue mich auf die nächsten Episoden und werde ihre Website weiterempfehlen.
LG Ralf
Lieber Herr Witt,
vielen Dank für diese grossartige Seite. Viele Erinnerungen kommmen hoch an meinen Vater, den Cellisten Peter Steiner, an den Sie sich sicher gut erinnern können.
Selber habe ich auch noch jede Menge Fotos. Interesse?
Viele Gruesse
Gabor Steiner
Lieber Herr Witt.
Mein Name ist Michael Binder. Ich bin Kontrabasslehrer an einem Konservatorium in Spanien.
Mit viel Freude habe ich mir Ihre Erinnerungen angehört. Ganz besonders haben mir auch Ihre "musikalischen Erinnerungen " gefallen.
Leider können meine Studenten hier in Spanien Sie nicht verstehen, denn ich denke auch für sie wäre es eine tolle Erfahrung.
Ich hoffe das Sie vielleicht noch weitere Erinnerungen veröffentlichen.
Mit freundlichen Grüsse aus Spanien,
Michael Binder
Lieber Herr Witt,
ich finde Ihre Podcasts über Ihr ereignisreiches Leben als Musiker großartig. Vielen Dank, dass Sie uns daran teil haben lassen. Es ist für mich ein Vergnügen, Ihren Episoden zu zu hören.
viele Grüße aus Augsburg
Sylvia Reichrat
Lieber Herr Witt
Auch ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen. Diese Mischung aus lebendigen Situationsschilderungen und dazwischen Bemerkungen zu einer Frage, die mich ( und nicht nur mich ) schon lange beschäftigt- nämlich, was Kunst ausmacht ( nicht nur in der Musik, aber auch ) ...diese Mischung finde ich wirklich großartig und ich hoffe, Ihnen bleibt noch recht viel Zeit, um damit weiter zu machen.
Viele Grüße, Daniel Wolf ( Sonderschullehrer und Hobbymusiker )
Ich möchte mich für diesen tollen Podcast bedanken. Und ich hoffe, es kommen bald neue Folgen, ich bin schon sehr gespannt. Ich bin einfach nur begeistert!
Lieber Herr Witt,
Wundervolle Website. Danke, dass Sie hier Ihre Erinnerungen mit uns teilen.
Eine kleine Korrektur zu Ihrer Bildergalerie zu diesem Artikel. Das vierte Bild, das Sie mit "in den Strassen von New York City" kommentieren, ist eigentlich in Chicago aufgenommen. Man sieht einen Blick nach Norden entlang der Michigan Avenue. Das diagonal stehende weisse Gebäude mit der Uhr am Ende der Strasse in der Bildmitte ist das Wrigley Building (Sitz der Kaugummifirma). Die Coca-Cola Reklame zur rechten sieht man übrigens auch auf dem Foto darunter, unmittelbar links vom im Bau befindlichen Prudential Building, welches in den 50ern das höchste Gebäude der Stadt war.
Gruss aus Chicago
Misha
Misha: Danke für den Hinweis, ist korrigiert! Gruß nach Chicago!
...für die wunderbare Musik und die spannenden Geschichten! Ich höre Ihren Podcast mit Freude und Spannung und beneide Ihre eventuellen Enkel,um einen wunderbaren Großvater :).
Ich hoffe, dass ausser mir noch andere junge Menschen Ihre Arbeit zu schätzen wissen. Viel Spass beim erstellen der weiteren Folgen, die ich in Vorfreude erwarte! Im Übrigen versüsst Ihr Podcast jede U-Bahn fahrt vom Herrmannplatz nach Ebertswalderstr....